Zeichen für eine lebenswerte Südstadt
Mit der Übergabe von Baumsetzlingen setzt der NABU Wilhelmshaven e.V. ein sichtbares Zeichen für mehr Entsiegelung, Stadtgrün und Klimaschutz in Wilhelmshaven. Statt weitere Flächen zu versiegeln, braucht die Stadt nach seiner Auffassung dringend neue Bäume, mehr Freiraum und eine Stadtentwicklung, die sich an Gesundheit, Aufenthaltsqualität und Zukunftsfähigkeit orientiert.
Die inzwischen fertiggestellte Havermonikenstraße und der geplante sogenannte Gewerberiegel steht aus Sicht des NABU Wilhelmshaven beispielhaft für eine verfehlte Versiegelungspolitik. Gerade in einem Stadtgebiet mit Leerständen, Brachflächen und ungenutzten Potenzialen sei es nicht nachvollziehbar, weitere wertvolle Freiflächen zu überbauen, statt vorhandene Flächen sinnvoll nachzunutzen und zu entsiegeln.
Stellungnahmen der Bevölkerung fanden keinen Niederschlag
Besonders kritisch sehen die Naturschützer, dass die betroffene Fläche im geltenden Flächennutzungsplan als Teil eines Verbunds naturnaher städtischer Flächen vorgesehen ist und eine wichtige Funktion für Frischluftzufuhr und Stadtklima erfüllt. Vor dem Hintergrund steigender Sommertemperaturen sei es unverantwortlich, solche Klimafunktionen zugunsten kurzsichtiger Bau- und Verkehrsprojekte zu schwächen.

Bei der Planung des gesamten Projekt hatten die Bürgerschaft und die Umweltverbände BUND und NABU im Rahmen des Stadtteilbeirats "Westliche Südstadt" schriftlich Stellung genommen. Dies führte jedoch nicht zu einer Änderung der Planungen seitens der Stadtverwaltung.
Mit dem Begleitbild zur Baumübergabe möchten die Naturschützer deshalb für Neupflanzungen werben und daran erinnern: "Jeder neu gesetzte Baum verbessert das Stadtklima, spendet Schatten und stärkt die biologische Vielfalt, jede spät gemähte Wiese und jedes Begleitgrün mindert ebenfalls Emissionen und Staubbelastungen und sorgt für die Reduktion von Temperaturen." Stadtentwicklung dürfe nicht weiter auf Kosten von Natur, Gesundheit und künftigen Generationen betrieben werden.
